Das Paradoxon des Bogenschießens

Stelle ich mir Pfeil und Bogen vor, dann ist es der Bogen,
der mir Halt und Sicherheit gibt. Ich schmiege mich an ihn,
bin ganz nahe, spüre seine Vibration, seine Spannung,
sein Versprechen, mich zu halten. Lehne mich an ihn,
seine Kraft umschmeichelt mich. Fühle seine Energie,
kurz bevor er mich loslässt, bis an die Grenze pulsierend.
Sein Zögern dann, dieser Moment zwischen den Zeiten,
dieser Stillstand, diese ruhige Sicherheit in ihm,
dass ich nur seinen mir zugestandenen Flug wagen werde.
Bin ihm ganz, ganz nahe, und dann nehme ich ihn in mich hinein.

Mein Weg, sein Ziel. Mein Zittern, sein Beben.
Der Sinn seiner Existenz reduziert auf die Schönheit
meines Fluges. Ganz bei mir und ganz weit weg
von ihm und doch so nah, weil es ihn und mich,
in diesem Moment, in dieser Form, nur geben kann,
weil er und ich nur sind, was wir sind, gemeinsam.

Seine Qual lässt meinen Schmerz ein wenig schweigen.
Diese Stille in mir, wird später der Balsam sein für seine Wunden.

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