Du machst mich klein.

Aus meiner Stimme wird ein Stimmchen, stolpernd, schluchzend, Buchstaben durcheinander würfelnd würge ich ein „Nein!“ heraus und der Boden scheint sich zu öffnen, als das Entsetzen darob mein winzig Herz erreicht.
Der Sturz wird ungebremst sein nun, die grauen Wände werden sich um mich schließen und da werden kein Laut, kein Licht, keine Berührung sein. Gestein, kalt und starr und stumm.
Verschließend. Bernstein, ich mochte ihn nie. Er machte mir schon immer eine unbestimmte Angst, zwang den Atem hechelnd in die Kehle. Fliegendreck gefangen über Jahrhunderte. Wie kann man so was als Schmuck tragen? Nur mit Gehässigkeit .
Ich bin kein Dreck. Ich bin Dreck. Kotzender Dreck, denn jetzt würgt sich etwas aus der Mitte nach oben. Kaffeesatzschwarz drückt es sich durch meine Kehle. Zwingt die Arme um die Knie.
Kugelfisch. Die Augen springen auf die andere Seite und glubschen interessiert dieses kleine Wesen an, das da würgend panisch paddelnd ertrinkt.
Treibgut. Scham umspültes Hier, zähschleimiges Dort.
Zeitfall.  
Lieb mich! Ich bin lieb. Nie wieder werde ich das tun. Schuldig. Keine Frage. Keine Zweifel für die Angeklagte. Wie kann man so was lieben? Lieb mich! Halt mich! Tret mich in den Boden! Tausend Fetzen Gelumpe.
Nimm es weg. Das Nein.
Radier es aus. Lass es mir. Ich will. Will nicht. Bin. Bin nicht.
Ich.
Ganz klein. Soll niemand drin wohnen als ich allein.
Allein. Die Mauern schließen sich. Kalt. Kalt.
Warm. Warm? So fest, so weich. Umfassend. Dein Schoß, ein Nest. Dein leises Murmeln schnäbelt mir Futter.
Zeitlauf.
Ein Stück von mir, der Kleinen, nehme ich mit zurück. Wiegend. Behütend.
Du lässt mich.
Groß.

Sein.

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