Du gibst mir gar nix


„Da liegst du vor mir. Wie steinern aufgebahrt. Da ist kein Lächeln, kein Stöhnen, kein Hauch von Lust, kein Schmerzgeschrei. Kein Nein, kein Ja, kein Nix. Ich quäle, ich liebkose dich. Stürze immer tiefer in ein schwarzes Loch. Alles grau, still, ohne Hall und Echo. Ich höre nicht mal mehr mich selbst. Als ich die Peitsche vorhin in die Ecke schmiss, weil du wie einem leblosen Stück Vieh am Haken hingst, fielst du auf die Knie, ein verschämtes „bitte!“ auf meine Handrücken hauchend. Ich hätte es da beenden sollen, aber du batest so kläglich wie in all den Tagen zuvor. Sprachst von Hingabe und Liebe und Sehnsucht. Begierden, die du sättigen wolltest. Für mich, sagtest du – für dich unterstellte ich dir. Anders konnte ich es nicht denken.
Jetzt liegst du da, einem marmornen Götzenbild gleich und die Wölfin in mir tobt. Ich will eine Reaktion. Ich will dich spüren. Gib mir wenigstens dein Nein, damit ich die Kette wieder einrollen kann. Oh Scheiße, da baut sich ein Sturm auf aus Wut, Enttäuschung und Gier. Das Tier lächelt, züngelnde Zunge, feuchte Lippen. Ich werde dich zerfetzen, aufreißen, entblößen und du wirst mir dein Schreien wie Kotze vor die Füße knallen. Oh ja, du wirst! Schau nur, du zuckst ja schon. War das ein Röcheln? Ist das ein warmer Strom von Worten zwischen deinen Beinen? Du wirst, du wirst, du wirst...!“

Ein lautes Klatschen. Ein festes: „Komm zurück!“

 „Jesses, er ist der einzige, der mich in solchen Momenten erreichen kann. Mein Anker, meine Sicherheitsleine. Leine, Leine? Da war doch was, ja. Oh, sie rollt sich schon wieder auf. Die Tür knallt mit einem schrillen Quietschen zu. Wie ich diesen Ton hasse!“


Dann kommen die Tränen und die Traurigkeit. Absturz vom Feinsten.  

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